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Vereinsreise Saas-Fee
 


Hoch hinaus wie nie zuvor

Drei Tage verbrachte die Männerriege Ramsen in der „Freien Ferienrepublik“. Herrlich eingebettet in einem Talkessel, umgeben von mehreren 4000-er Bergen und Gletscherzungen. Dass die Freie Republik  etwas Besonders ist, wurde bald einmal klar. Im Dorfkern verkehren keine Motor- sondern Elektrofahrzeuge, die Einheimischen sprechen einen schwer verständlichen Dialekt und der Zugang zu den Bergbahnen wird mittels Bürgerpass kostenlos gestattet. Nun ganz ohne Kleingedrucktes funktioniert es auch in der Freien Republik nicht. Nach der Ankunft und aufgrund des herrlichen Wetters wurde beschlossen, diesen Pass gleich zu benutzen, um hoch hinaus zum Mittelallalin zu gelangen. Bis zu einer Station namens Felskinn funktionierte dies mit dem Alpenexpress (eine gewöhnliche Seilbahn) einwandfrei. Die Türen zur Metro, welche uns Bürger im Felsinnern nochmals rund 500 Meter aufwärts bringen sollte, blieben jedoch verschlossen. Vor fünf Wochen habe dies noch einwandfrei geklappt, meinte der Reiseleiter. Zum Glück war die Station, wie bereits an vielen Orten üblich nicht unbemannt, so dass Hilfe angefordert werden konnte. Nun, mit dem Bürgerpass sei beim Felskinn Schluss, um zum Mittelallalin zu gelangen, brauche es einen „Saaspass“, welcher pro Tag Fr. 5.00 koste. Ein kleiner Betrag, wenn man die riesige Strecke vergleicht, welche bereits zurückgelegt und noch vor einem lag. Ein grosser Betrag, wenn soeben im Hotel erklärt worden ist, der Zugang zu allen Bahnen stehe einem frei. Nach Bezahlung von Fr. 15.00 standen in der Republik und deren Umgebung die Türen dann drei Tage lang wirklich offen – ein Angebot, welches kaum zu unterbieten ist. So gelangten die Unterländer bequem 3500 Meter über Meer inmitten der Gletscher, das Allalinhorn schneebedeckt davor und das Republikzentrum, das Dorf Saas Fee, weit darunter. Kaum einer der Reisenden war vorher bereits einmal in diese Höhe gelangt.

Weil zum ersten Mal bei einer Vereinsreise drei Tage zur Verfügung standen, konnte der zweite ausgiebig genutzt werden. Nach einer Fahrt zur Hohsaas (Bürgerpass), wiederum auf über 3000 Meter über Meer, führte die Wanderung vom Kreuzboden auf dem Allmagellerhöhenweg zur Allmagelleralp. Auf der anderen Talseite liegt die „Ferienrepublik“ und auch der Blick zum Mattmarkstausee und Talabschluss, wo sich die Landesgrenze zu Italien befindet, wird während dieser Bergtour frei. Von der Alp ging’s weiter zum „Erlebnispfad“. Hängebrücken über Schluchten, Leitern und Drahtseile entlang von Felswänden – ein spezielles Erlebnis. Ein wenig irritiert war der Schreibende jedoch ob der Aussage der Reiseleiterin, sie sei sich nicht sicher gewesen, ob die Männerriege diesen Pfad meistern würde! Jeden Donnerstag beweisen die Männer doch ihre Beweglichkeit, ihre Kraft, ihren Mut, ihre Sportlichkeit aufs Neue. Alle waren jedoch froh, dass ab Furggstalden ein Sessellift hinunter nach Saas Allmagell und das Postauto (Saaspass) zurück nach Saas Fee benutzt werden konnten.

Am Abschlusstag stand der Vormittag „zur freien Verfügung“: Die einen wanderten den Suonenweg entlang, andere stiegen zu Fuss oder fuhren per Bahn auf den Hannig. Für die Abfahrt standen auch Trottinetts zur Verfügung, klar dass einige dieses wählten und ihre Beweglichkeit usw. bewiesen. Am Nachmittag besichtigte man gemeinsam den Mattmarkstausee. Ab 1960 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen, welcher 1965 von einem schweren Unglück überschattet wurde. Ein Abbruch von rund 500‘000 m3 Eis beim Allalingletscher forderte 88 Menschenleben und verzögerte die Fertigstellung um ca. zwei Jahre. Das Wasser wird an zwei Orten für die Stromerzeugung verwendet, das zweite Mal in Stalden, rund 30 Kilometer vom See entfernt. Mit der Regulierung des Wassers konnten die vorher regelmässig stattfindenden Überschwemmungen im Tal abgewendet werden. Vieles in der Natur und im Leben der Saaser hat der Mattmarkstausee verändert, die meisten Talbewohner stehen dem riesigen Bauwerk positiv gegenüber.
Mit vielen neuen Eindrucken vom Saastal kehrten die Ramser aus den Bergen zurück.

Den Organisatoren Ueli und Lotti Roth ist es einmal mehr gelungen, eine Gegend interessant und abwechslungsreich zu präsentieren. Vielen Dank dafür.


 

Herzlichen Dank Geri Hug für den wiederum spritzigen Bericht und den Fotografen Barbara, Abert, Luca und René für die schönen Bilder !

 


   Bilder      (c) Barbara Weber
  Bilder     (c) Albert Neidhart
   Bilder      (c) Luca Guidetti
    Bilder      (c) René Braun     Bilder      (c) Daniel Geyer

 

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