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Vereinsreise Freiburg - Schwarzsee
 


Rekordtemperaturen und kühlendes Nass                  


Der Schwarzsee im Kanton Freiburg wurde als Ziel der diesjährigen Vereinsreise von Organisator Ueli Roth ausgewählt. Ein vortrefflicher Entscheid, bestimmte doch das Spätsommerhoch „Achim“ die Wetter-lage in unserem Land und bescherte rekordverdächtige Hitze. Der See lud somit am Abend und auch bereits in den frühen Morgenstunden zum Bade.
Doch vorerst ging die Reise an diesem „Vereinsreisewochenende“, bei dem es im für diese Spezies reservierten Zugwaggon zu Begegnungen mit dem ehemaligen Lehrlingschef bei der Nabholz, dem Schwager aus dem St. Gallischen oder der früheren Mitbürgerin aus dem Schloss Wiesholz kam, nach Fribourg. Vor dem „Equilibre“, einem neu erstellten Gebäude, empfing Paul der Stadtführer, ein pensio-nierter Lehrer und Kunsthistoriker, die Gruppe und führte durch „seine“ Stadt. So erklärte er in seinem Sensler-Dialekt (Di Spraach chunnt im ganze Seisebezirk gredt), dass der Name dieses Baus „Ausgleich“ oder „Balance“ bedeutet, was der   
Architekt mit seiner doch aussergewöhnlichen Bauweise umsetzte. Vielleicht wurde der Name erst ge-wählt, nachdem der Meister diesen „Klotz“ vollendet hatte. Informiert wurde weiter auch über Jean Tinguely samt seinen Werken, Jo Siffert, den Eishockey-Club Fribourg-Gottéron, die Zähringer oder den gotischen Baustil. Paul verstand es ausgezeichnet, Fakten mit interessanten Geschichten oder Legenden zu kombinieren, und somit die Stadt den Besuchern so richtig schmackhaft zu machen. Interessant auch, dass die einst reiche Stadt nach der Reformation verarmte. Dies weil der Handel zwischen dem katholi-schen Freiburg und den umliegenden, sich der Reformation zugewandten Gebieten, Waadt, Genf, Bern, jäh unterbrochen wurde. Aus heutiger Sicht ein Vorteil, blieben doch die urtümlichen Baustile erhalten und wurden, anders als beispielsweise in Bern, ebenfalls eine Zähringer-Stadt, nicht den Neuerungen im Mittelalter angepasst. Freiburg im Uechtland (Hügelland) ist eine Reise oder besser ausgedrückt eine Besichtigung wert. 
Erstmals wurde das kühlende Nass während dem Mittagessen genossen, dies in Form von Hopfensaft. Nach Ankunft und Zimmerbezug im Hotel Schwarzsee-Bad stand dann wie erwähnt der See im Mittel-punkt. Herrlich das Schwimmen in diesem Gewässer, inmitten der grünen Hügelkette.
Per Sessellift ging’s am Sonntagmorgen zur Riggisalp (1493 M.ü.M.), womit ein grosser Teil der Höhen-differenz elegant und schweissfrei überwunden werden konnte. Die Wanderung führte nach Jaun, über den Euschelpass. Glücklicherweise finden sich auf den verschiedenen Alpen nicht nur Viehhütten, son-dern auch Restaurationsbetriebe. Dies zeigt, dass viele Leute heutzutage mehrere Tätigkeiten ausführen müssen um ihr Leben zu bestreiten. Etwas das ebenfalls auf den Reiseleiter zutraf, betätigte der sich doch gleichzeitig noch als Spitex-Mitarbeiter. Einige andere (um nicht den Begriff des Schaffhauser-Ständerates zu verwenden) garnieren hingegen.… Nun dies ist kein Thema für einen Reisebericht, son-dern für eine politische Diskussion. Untere Euschel, Obere Euschel, Ritzialp: Keine dieser Gaststätten wurde – nach altem Turnerbrauch – ausgelassen. Somit war die Versorgung mit Flüssigkeit jederzeit gewährleistet, womit „Achim“ die Stirn geboten und buchstäblich ein wesentlicher Anteil zur Wirtschafts-förderung im Kanton Freiburg beigetragen werden konnte. In Jaun ist der Friedhof, mit den geschnitzten Grabmalen, welche Beruf und Hobby der Verstorbenen zeigen, eine Besichtigung wert.
Mindestens so anstrengend wie die Wanderung war schlussendlich die Heimreise. Zunächst stand die Busfahrt über den Jaunpass an. In Boltigen fiel dann der vorgesehene Zug – wohl wegen der grossen Hitze – aus, was dazu führte, dass die reservierten Anschlusszüge nicht mehr erreicht wurden. So zwängten sich die Reisenden im Schnellzug auf die noch freien Sitzplätze und verteilten sich in den ver-schiedenen Wagen. Die amtende Kondukteuse fand diese Reiseform nicht korrekt, denn eine Gruppe habe gemäss Bestimmungen beisammen zu bleiben. Da trat sie aber in ein „Fettnäpflein“: Die BLS habe dieses Problem verursacht… und überhaupt: auf der Kontrollmarke stehe: …. Erneut kein Thema für den Reisebericht, eher für einen Leserbrief oder für Rechtsanwälte. Nach kurzer Zeit beruhigten sich die Ge-müter – auch dank eines kühlen Biers – und einer friedlichen Rückfahrt stand nichts mehr im Wege. Zu Hause dann wurde das kühlende Nass erneut genossen: dieses Mal in Form einer Dusche.


 

Herzlichen Dank Geri Hug für den, wie immer, spritzigen Bericht und den Fotografen Abert und Luca für die Bilder !

 


  Bilder     (c) Albert Neidhart
   Bilder      (c) Luca Guidetti


 

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